METHODE UND PÄDAGOGISCHER AUSTAUSCH

Auf dieser Seite erkläre ich meine Methode.
Dazu beigetragen haben meine unermüdlichen Forschungen zum Thema, vor allem zu pädagogischer Literatur – ich habe selbst viel pädagogische Literatur verfaßt, weil mit dem am Markt befindlichen Lehrmaterial Lücken in der Ausbildung entstehen würden.
Ein weiteres Geheimnis meiner Methode ist ein jahrzehntelanger Prozeß des Hospitierens und des Austausches mit berühmten Vertretern der russischen Celloschule, allem voran jedoch mein eigenes stetes Dazulernen von den jungen und jüngsten Musikern selbst, also der ständige Austausch gleich direkt mit ihnen!
Wer an einer Ausbildung bei mir interessiert ist, kann hier die Hintergründe erfahren:

MEINE METHODE

Seit 1994 gebe ich Cellounterricht und habe sehr viele Cellisten ab Beginn ihres Instrumentalspiels ausgebildet, darunter viele, die bereits im Alter von vier Jahren begonnen haben. Einige sind Berufsmusiker geworden. Die anderen haben sich einen tiefen Bezug zur Musik bewahrt und spielen zu ihrer Freude weiterhin Cello.
Ich arbeite mit Kindern ab vier Jahren, Jugendlichen und Musikstudenten. Allen drei Altersgruppen widme ich mit der gleichen Hingabe. Dabei ist die Arbeit mit Kindern sogar die größte Herausforderung und verlangt eine Professionalität, zu der man nur durch wertvolle Erfahrung im Laufe von langjähriger Arbeit und Zusammenarbeit gelangen kann.
Meine langjährigen Erfahrungen mit Körperarbeit (Alexandertechnik, Physiotherapie, Atemtherapie, Bewegungslehre etc.) kommen meinen Schülern beim Unterrichten zugute.

Freude an Musik - musikalisches Arbeiten
Kindern vermittle ich den Spaß am aktiven Musizieren vor allem durch ein sehr persönliches Verhältnis zu ihnen: Jedes Kind will, daß ich seine Persönlichkeit ernst nehme, daß wir im Unterricht aber viel Spaß haben und schätzt liebevollen, humorvollen Umgang. Ihre Phantasie einzusetzen, nach den Schätzen, die sich in jeder Musik verbergen mit mir gemeinsam zu suchen, das lieben die Kinder sehr. Wenn Kinder mit Kindern Musik machen, das steckt nicht nur die aktiv musizierenden Kinder mit Lust an, sondern auch mich und das Publikum unserer Konzerte.
Musik ist für mich eine Suche, die immer erfolgreich ist, auch wenn das Gesuchte nie ganz gefunden werden kann. Musik ist für mich eine Sprache, die man wie die Muttersprache früh und für ein ganzes Leben erlernt. Daher ist es so sinnvoll, sich auf diese lebenslang angelegte Freizeitbeschäftigung einzulassen und viel in sie zu investieren.

Meine musikalische Kindheit – Mein Zugang zu den Kindern
Musizieren habe ich schon als Kleinkind geliebt. Überall habe ich mitgesungen, in Chören, zuhause in der Familie, mit Freunden. Am liebsten habe ich dabei Gegenstimmen zur Melodie improvisiert. Ich konnte stets jede der vier Stimmen ergänzen. Im Chor der Volksschule wurde ich deshalb immer als „Springer“ eingesetzt. Das Cellospiel war für mich immer das Schönste. Das gab und gibt mir die Kraft, es als Beruf und zugleich als Hobby intensiv zu betreiben. Ich war darin auf mich alleine gestellt und mußte diesen Luxus verteidigen. So habe ich ein großes Bedürfnis, Kindern, die wirklich Cello spielen lernen wollen, dabei zu helfen.

Nutzung des Potentials - Ziele
Durch professionellen Unterricht gebe ich den jungen Musikern die Möglichkeit, ein hohes Niveau am Instrument zu erreichen und nach der Schule Cello zu studieren. Ebenso erfüllt ist meine Mission, wenn nach der Schulzeit ein anderer Beruf gewählt wird, aber die Freude an der Musik erhalten bleibt. 

Unterrichten von Kindern oder von Musikstudenten – was ist die größere Herausforderung?
Parallel zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterrichte ich Studenten. Für sie ist mein Unterricht eine Ergänzung zum Studium. Sie schätzen meine freiberufliche Unabhängigkeit von Institutionen; ich helfe ihnen eine mit der Musik im Einklang stehende ökonomische Technik zu erlangen – ein Aspekt, der bei einem Cellostudium leider selten genügend berücksichtigt wird.
Meine besten Lehrer sind die Kinder selber. Die Beobachtung und Analyse ihres Spiels sind mir eine große Hilfe für die bei weitem leichtere Arbeit mit Studenten, trotz der wesentlich anspruchsvolleren Literatur des Studentenrepertoires. Die Beobachtung der Kinder hilft mir auch sehr für die Entwicklung meines eigenen Spiels.


RUSSISCHE CELLOSCHULE – Freude an der Musik

Meine Schüler sollen Freude an der Musik haben und Fortschritte machen. Wichtig ist mir die Verbindung von musikalisch ansprechendem und gleichzeitig pädagogischem weiterführendem Material. Alle diese klangvollen Musikstücke sollen die Schüler begeistern, und doch versteckt sich in ihnen immer meine pädagogische Absicht.
Ergebnis meiner viele Jahre währenden Suche nach geeignetem Unterrichtsmaterial ist eine umfassende Sammlung des pädagogischen Cellorepertoires, die ich ständig erweitere. Es handelt sich dabei um ansprechende und zugleich pädagogisch sinnvolle Vortragsstücke für Schüler, unterstützt durch knapp gehaltene und effektive Etüdensammlungen.
Eine große Hilfe war und ist mir dabei der inspirierende Austausch mit den von der traditionsreichen russischen Celloschule geprägten Celloprofessoren David Grigorian, Boža Saramandić und Ivan Kučer. Diese haben mich umfassend beraten und mir umfangreiches Notenmaterial zur Verfügung gestellt.          
Die russische Celloschule zeichnet ein pädagogisch folgerichtiger Aufbau aus, welcher ein effizientes Arbeiten mit den Schülern ermöglicht.
Für pädagogische Bereiche, die mir dennoch nicht abgedeckt schienen, habe ich selbst einige Celloschulen geschrieben und verwende auch diese im Unterricht. Darunter befinden sich eine Schule für die 1.-4. Lage, eine für die   5., 6., 7. Lage, eine Schule für die Daumenlage und eine Bogenschule mit einer knappen Auswahl der wichtigsten Stricharten, inspiriert von Otakar Ševčíks Werk.
Bei allem Sinn für Systematik halte ich mich dabei an keine bestimmte Celloschule (im Sinne von Unterrichtsmaterial), verwende aus den bekannten Celloschulen und Etüdensammlungen nur, was mir sinnvoll erscheint und unterrichte ohnehin jedes Kind individuell.
Für jedes Kind maßschneidere ich meine Methode neu.


Hospitieren und Austausch mit Professoren für Cello

Ich bilde mich ständig musikalisch/pädagogisch/cellistisch fort. Sehr wichtig ist mir der pädagogische Austausch.
Besonders prägend waren und sind die Erfahrungen mit den folgenden international renommierten Vertretern der russischen Celloschule:
mit Prof. David Grigorian, einem langjährigen Assistenten und Meisterschüler von Mstislaw Rostropowitsch am Čajkovskij-Konservatorium in Moskau (Grigorian ist zugleich mein wichtigster Lehrer während meiner Studienzeit),
mit Prof. Boža Saramandić (Professor an der Spezialschule für musikalische Talente Ćuprija, Serbien),
mit Prof. Ivan Kučer (Musikhochschule Kiev/ Ukraine).
Darüber hinaus habe ich sehr oft beim Unterricht in den Celloklassen der Professoren Heinrich Schiff (Salzburg), David Geringas (Berlin), Jens Peter Maintz (Berlin), Ksenija Janković (Detmold) und Leonid Gorokhov (Hannover) zugehört.

David Grigorian
Der Cellist David Grigorian ist ein Geheimtipp. Er ist ein Ausnahmekünstler, Meisterschüler von Rostropowitsch, hier kaum bekannt und doch ein Fall für die Carnegie Hall. Sein Ton ist ein Kosmos, unglaublich reich, mit dem breitesten Farbspektrum, das ein Cellist haben kann. So ein nicht mehr enden wollendes Legato findet man kein zweites Mal. Er kann es mit allen Cellisten seiner Generation und darüber hinaus aufnehmen und ist eine unersetzliche Bereicherung für die Musikwelt. Zahlreiche Aufnahmen von ihm kann man auf Youtube bestaunen.
Seit meiner Studienzeit bei Prof. David Grigorian hospitiere ich regelmäßig in seiner Celloklasse. Ich verfolge mit großem Interesse seinen phantastischen Unterricht mit Studenten und ganz besonders mit Kindern und Jugendlichen.
Unsere pädagogische Zusammenarbeit dauert bis heute an. Er hält Kurse für meine Schüler. Die besten von ihnen empfehle ich zu ihm weiter, weil auch er in München lebt. Wir bleiben natürlich in Kontakt -  meine ehemaligen Schüler berichten mir stets über ihren weiteren Werdegang.
Prof. David Grigorian über mich, folge dem Link.

Boža Saramandić und Ivan Kučer
Seit 2005 erhalte ich weitere musikalisch-didaktische Impulse aus einer anderen Tradition der russischen Celloschule über die Professoren Boža Saramandić und Ivan Kučer. Prof. Boža Saramandić hält alljährlich Seminare für meine Celloklasse in München. 

Boža Saramandić ist Professor an der Spezialschule für musikalische Talente Ćuprija, Serbien, der einzigen derartigen Institution in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Daneben unterrichtet er in Kragujevac und Belgrad. Er ist der erfolgreichste Cellopädagoge seines Landes. Seine Schüler und Studenten sind regelmäßig Gewinner auch internationaler Wettbewerbe. Viele von ihnen studieren an europäischen und amerikanischen Musikhochschulen bei den renommiertesten Professoren oder sind bereits Mitglieder in führenden Orchestern. Seine Methode wurde nachhaltig durch die langjährige Kooperation mit dem Cellisten Ivan Kučer (Professor an der Musikhochschule Kijev, Ukraine) inspiriert. 

Ich bin bei allen Kursen stets anwesend und kann dadurch meine eigene Methode ständig korrigieren und weiterentwickeln. Für meine Schüler übersetze ich simultan aus dem Serbischen oder Russischen. Das finden sie besonders spannend und unmittelbar, weil sich ein Professor dann frei in seiner Muttersprache ausdrücken kann, das Kind inhaltlich aber doch alles versteht.

Zusätzlich fahre ich mit manchen meiner Schüler zu den Meisterkursen von Prof. Ivan Kučer ins Ausland.
(Einen lebhaften Eindruck darüber gibt diese höchst amüsante Reisebeschreibung von Kilian Unger; er war 13 Jahre lang, von 6 bis 19, mein Schüler und ist nun freischaffender Komponist und Sänger.)

Im Rahmen der Kurse und darüber hinaus in unzähligen Treffen und Telefongesprächen haben mich Boža Saramandić und David Grigorian bezüglich der Literaturauswahl für meine Schüler stets eingehend beraten. Für diese unschätzbare Hilfe bin ich ihnen sehr dankbar!